1. Halbjahr 2011: Firmeninsolvenzgeschehen weiter entspannt, rückläufiger Trend bei Verbraucherinsolvenzen
Das dynamische Wirtschaftswachstum hat der finanziellen Stabilität der Unternehmen in Deutschland gut getan. Durch den kraftvollen Aufschwung gehen die Insolvenzzahlen deutschlandweit spürbar zurück. Bundesweit wurde ein Rückgang um 11,1 Prozent gemessen. Im ersten Halbjahr 2011 haben in der Region Nordhessen 169 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt; ebenso viele wie in der ersten Jahreshälfte 2010. Somit setzt sich der rückläufige Trend aus dem Vorjahr zwar nicht fort, die Zahl der Firmenpleiten bleibt aber zumindest konstant.
Zahl der Unternehmensinsolvenzen Region Nordhessen nach Landkreisen, 1. Halbjahr 2011 und 2010 |
| Landkreis |
1. Hj. 2011 |
1. Hj. 2010 |
Veränderung, % |
| Hersfeld-Rotenburg |
27 |
25 |
+8,00 |
| Kreis Kassel |
34 |
30 |
13,33 |
| Stadt Kassel |
36 |
37 |
-2,70 |
| Schwalm-Eder-Kreis |
28 |
23 |
21,74 |
| Werra-Meißner-Kreis |
25 |
20 |
-25,00 |
| Waldeck-Frankenberg |
19 |
34 |
-44,12 |
| Gesamt |
169 |
169 |
0,00 |
Auf die einzelnen Landkreise heruntergebrochen, lassen sich in der Stadt Kassel mit 36 Fällen die meisten Firmenpleiten registrieren. Der Kreis Kassel liegt mit 34 Firmenpleiten dicht auf. Der niedrigste Wert und stärkste Rückgang gegenüber dem 1. Halbjahr 2010 mit einem Minus von 44,12 Prozent wurde in Waldeck-Frankenberg verzeichnet (19 Fälle; 1. Halbjahr 2010: 34 Fälle). In den übrigen Kreisen wurden keine bemerkenswerten Veränderungen registriert, allerdings weisen die Insolvenzzahlen eine steigende Tendenz auf.
Bundesweit ist die Zahl der Verbraucherinsolvenzen rückläufig, mit minus 5,1 Prozent aber weniger stark als bei den Unternehmen. In der Region Nordhessen erklärten 703 Verbraucher in den ersten sechs Monaten 2011 ihre Zahlungsunfähigkeit. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet entspräche dies 1.406 Fällen. Somit wäre ein deutlicher Rückgang der Verbraucherinsolvenzen gegenüber 2010, mit 1.658 Fällen dem bisherigen Negativrekordjahr, zu vermelden. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend bis Ende 2011 fortsetzt.
Der Blick auf die einzelnen Landkreise zeigt: In der Stadt Kassel wurden mit 200 Fällen die meisten Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Es folgen die Landkreise Kassel mit 127 und Hersfeld-Rotenburg mit 121 Privatinsolvenzen. Im Schwalm-Eder-Kreis stellten 95 Privatpersonen einen Insolvenzantrag. Im Kreis Waldeck-Frankenberg wurden 90 Fälle registriert. Den niedrigsten Wert hat mit 70 Fällen der Werra-Meißner-Kreis zu vermelden.
Generell ist anzumerken, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen isoliert betrachtet keine ausreichende Aussagekraft über den Grad der Privatüberschuldung einer Region liefert. Sie gibt an, wie viele Personen schlussendlich eine Restschuldbefreiung bei Gericht beantragt haben. Hierbei handelt es sich meist um einen nur geringen Bruchteil aller überschuldeten Privatpersonen. Eine weitaus genauere Einschätzung liefert die Zahl der Eintragungen in die Schuldnerverzeichnisse, welche in der Region Nordhessen um ein Zehnfaches höher ist.
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