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Wie auch immer die Bundesliga-Saison für Werder Bremen sportlich enden wird. Spitzenreiter sind die Hanseaten schon – in der Tabelle der zahlungsfähigsten Vereine der deutschen Profiklubs. Die Wirtschaftsauskunft Creditreform hat vor Kurzem die Bundesligisten auf ihre finanzielle Lage durchgecheckt. Und siehe da: Der Klub von der Weser bekam den besten Bonitätsindex. Zu lesen ist der Index wie eine Schulnote: Eins für sehr gut, Sechs bedeutet schlecht.
Mehrere Kriterien
"In den Bonitätsindex fließen mehrere Kriterien ein", sagt der Wirtschaftsforscher Michael Bretz von Creditreform. Unter anderem Umsatz, Eigenkapitalstruktur, Zahlungsweise und Vermögen. "Entscheidend", sagt Bretz, "ist einzig und allein die Frage: Wie zahlungsfähig ist ein Verein?"
Das Beispiel Werder zeige, dass Manager Klaus Allofs seinen Job richtig gut erledigt. Im Besonderen lobt der Wirtschaftsforscher Bremens angenehme Schuldensituation. Darüber hinaus sei Allofs ein Realist. Soll heißen: Bei Investitionen schießt er nicht über die eigenen Möglichkeiten hinaus. Und Werder schaffe es immer wieder, junge Talente relativ günstig einzukaufen, die dann für wesentlich mehr Geld wieder verkauft werden.
Beim Blick auf die Finanztabelle fällt auf, dass der FC Schalke 04 nicht so gut abschneidet. Zumal seit Beginn der Rückrunde offiziell der russische Erdgas-Riese Gazprom als Hauptsponsor an Bord ist. "Das muss relativ gesehen werden", sagt Bretz.
Verbindlichkeiten
Schalkes Bilanzsumme betrage rund 180 Millionen Euro. Davon gehen allein 120 Mio. für Verbindlichkeiten ab. Bei Bremen machen die Verbindlichkeiten nur 20 bis 25 Prozent der Bilanzsumme aus. Höhere Personalkosten und vor allem die Belastungen mit der neuen Arena führt Bretz als wesentliche Gründe für Schalkes vergleichsweise schlechtes Abschneiden an.
Insgesamt habe sich die finanzwirtschaftliche Situation im deutschen Profifußball im Vergleich zu den Vorjahren verbessert. Obwohl die Schulden der Klubs in Liga eins und zwei zusammen auf 662,5 Mio. Euro gestiegen sind (Vorjahr: 620,4 Euro). Allerdings sei auch gleichzeitig das Eigenkapital von 244 auf 287,9 Mio. Euro angewachsen.
"In Bezug auf den Gesamtumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro fallen die Gewinne der Profiklubs eher bescheiden aus", sagt Bretz - vor allem im Vergleich mit anderen Branchen. Die Umsatzrenditen von 1,5 bis zwei Prozent seien zu wenig. Umsatzrenditen werden gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern.
Lizenzen für nächste Saison
Auch wenn das Fußballgeschäft in Deutschland zurzeit boomt. Auf längere Sicht müssten die Vereine höhere Profite erzielen und diese behalten, um die Finanzkraft zu stärken, sagt der Wirtschaftsforscher.
Immerhin haben alle Vereine der beiden Bundesligen für die kommende Saison die Lizenzauflagen erfüllt.
Quelle HNA vom 11.05.2007 www.hna.de
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