|
|
|
Startseite
News & Termine
Creditreform News
Lokale Nachrichten
Creditreform Kassel in der HNA: "Private Pleiten nehmen zu"
Creditreform Kassel in der HNA: "Private Pleiten nehmen zu"
Jeder sechste Erwachsene in Kassel ist überschuldet - Zahl der Insolvenzen steigt an
Kassel, 23.07.2008
In der Ausgabe vom 16.07.08 berichtet die HNA über die steigende Zahl der Verschuldungen
und Insolvenzen in Kassel und bezieht sich dabei auf Angaben der Creditreform Kassel:
Von Jörg Steinbach
Schulden werden immer mehr Menschen zum Verhängnis.
Fast jeder sechste Erwachsene über 18 Jahre in der Stadt ist überschuldet.
16,5 Prozent sind nach aktuellen Daten der Firma Creditreform nicht mehr in der Lage, aus ihrem Einkommen all das zu zahlen, was im Monat an Zinsen, Tilgung, Raten, Rechnungen und Lebenshaltungskosten zusammenkommt.
Im Landkreis Kassel gilt das für jeden zehnten Erwachsenen.
"Wenn das monatliche Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, um die fixen Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten und Rechnungen zu bezahlen, ist man überschuldet."
Schuldenratgeber der Bundesregierung
Die so genannte Schuldnerquote überschuldeter Erwachsener steigt seit Jahren.
Die neuerliche Steigerung wird Creditreform erst im Herbst im Schuldneratlas 2007 veröffentlichen.
Bei den Beratern stehen die Klienten Schlange.
"Das wird immer mehr", sagt im Kasseler Rathaus Schuldenberater Ralf Grasmeier: "Wir fragen uns, wie wir das schaffen sollen."
663 aufwändige Beratungsfälle gab es 2007, 141 Fälle mündeten in die Privatinsolvenz.
Dazu kamen 700 Kurzberatungen. Die Beratung des Landkreises zählte 2007 78 Fälle.
"Es gibt keine dramatische Steigerung, aber es sind mehr Fälle da", sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn.
Mehr könnten die Berater nicht schaffen, obwohl es Nachfrage gebe. "Die Beratungsstellen sind ein Flaschenhals."
Erst eine Beratung öffnet nämlich den Weg zum Amtsgericht. Dort steigt die Zahl der Privatinsolvenzen, in denen überschuldete Menschen in sechs Jahren des Wohlverhaltens an der Pfändungsgrenze ihre Schulden loswerden.
2005 gab es beim Kasseler Amtsgericht 421 Anträge, 2006 bereits 661, 2007 schon 752 und im ersten Halbjahr 2008 wurden 397 gezählt - Tendenz steigend.
"Das wird so weitergehen", ahnt Dr. Joachim Mumberg, einer von drei Insolvenzrichtern am Kasseler Amtsgericht und aufsichtsführender Richter im Bereich.
Besonders erschreckend findet Mumberg, dass die Überschuldeten immer jünger werden. "Da sind viele erst Anfang bis Mitte 20".
Neulich hatte er es mit einem Anfang-20-Jährigen zu tun, der 150 000 Euro Schulden mit dem Kauf von Möbeln, Autos und mit Handyverträgen angehäuft hatte.
Viele Schuldner geraten durch Kredithaie in die Überschuldung. Denn von seriösen Kreditinstituten bekommen die Betroffenen keinen Euro mehr.
Deshalb sehen Banken unter ihren Kunden keine steigende Überschuldung. "Wir können das nicht bestätigen", sagt Michael Seeger, Leiter der Commerzbank-Filiale Königsplatz.
Es gebe immer wieder Fälle, in denen durch Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit oder Tod des Partners Finanzierungen zusammenbrechen. "Aber das sind Einzelschicksale, die hat es schon immer gegeben", so Seeger.
Auch die Kasseler Sparkasse prüft die Bonität der Kreditkunden genau und setzt auf Beratung. "Wir verzichten dann lieber auf einen Abschluss, als dass wir den Kunden in vorhersehbare Schwierigkeiten bringen", so Sprecher Michael Krath.
Den kompletten Artikel finden Sie hier als Download.
|
|
|