|
Während sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Nord-Hessen in 2008 auf gleichbleibendem Niveau bewegt, ist im Bereich der Verbraucherinsolvenzen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Creditreform Kassel rechnet in naher Zukunft allerdings für beide Bereiche mit einem spürbaren Anstieg.
Entwicklung von Firmen- und Privatinsolvenzen in Nordhessen

Im gesamten Bundesgebiet stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den Jahren 1999 bis 2003 konstant an und erreichte 2004 in Nord-Hessen mit knapp 457 Fällen ihren Höhepunkt.
Seit 2004 lässt sich deutschlandweit betrachtet ein kontinuierlicher Rückgang der Unternehmenspleiten feststellen. Bedingt durch positive konjunkturelle Entwicklungen setzte sich dieser Trend bis 2007 fort. Demnach konnte in den Jahren 2003 bis 2007 ein Rückgang um rund 26 Prozent auf 29.150 Fälle vermeldet werden. Dieser Stand entspricht zwar dem verhältnismäßig niedrigen Niveau im Jahre 2000, liegt allerdings deutlich über dem Tiefststand von 26.620 Fällen im Jahre 1999.
Zum ersten Mal seit dem Jahr 2003 verzeichnen die Firmeninsolvenzen in 2008 bundesweit wieder eine steigende Tendenz (+ 2,2 Prozent gegenüber 2007), obwohl Creditreform für die zweite Jahreshälfte zunächst mit einer Abnahme rechnete.
In der nordhessischen Region hingegen, befindet sich die Zahl der Unternehmenspleiten, nach einem leichten Rückgang auf 369 Fälle im Jahr 2005, bis heute auf gleichbleibendem Niveau (375). Aufgrund der nordhessischen Branchenlandschaft wird das das regionale Insolvenzgeschehen weniger stark durch aktuelle konjunkturbedingte Entwicklungen tangiert, als das restliche Bundesgebiet.
Entwicklung Firmeninsolvenzen nach nordhessischen Landkreisen
Generell ist anzumerken, dass die Zahl der Verbraucherinsolvenzen kein aussagekräftiges Bild des Überschuldungsaufkommens einer Region zeichnet. Sie gibt lediglich Aufschluss darüber, wie viele Personen bei Gericht eine Restschuldbefreiung beantragt haben. Mehr Aussagekraft besitzt hingegen die Zahl der Eintragungen in die Schuldnerverzeichnisse einer Region. Im Jahr 2005 bspw. lag die Zahl der Eintragungen in den Schuldnerverzeichnissen Nord-Hessens bei 24.295 und war somit rund 30-mal so hoch als die Zahl
der Verbraucherinsolvenzen.
Für das Jahr 2008 verzeichnet Nord-Hessen einen leichten Rückgang der Verbraucherinsolvenzen um 3,4 Prozent und liegt somit etwas unterhalb dem bundesweiten Trend (6,5 Prozent). Wie auch bei den Unternehmenspleiten ist dieser Rückgang auf die positive Konjunkturentwicklung vergangener Jahre zurückzuführen.
Aufgrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet Creditreform Kassel für die Region Nord-Hessen künftig mit einem spürbaren Anstieg der Verbraucherinsolvenzen sowie auch der Eintragungen in Schuldnerverzeichnisse.
Entwicklung Privatinsolvenzen nach nordhessischen Landkreisen
|